Windeck

29. April 1920 – Schlossermeister Otto Windeck jun. übernimmt den Betrieb

Die 2. Generation
Der erst 23-jährige Sohn Otto Windeck jun., seit 29. April 1920 selbst Meister im Schlosserhandwerk, übernimmt durch den plötzlichen Tod des Vaters im November 1920 den väterlichen Betrieb. Es folgen die schweren Jahre der Inflation. Entlassungen und Kurzarbeit treffen alle Betriebe. Mit Fleiß, Disziplin und harter Arbeit wird auch diese Zeit überstanden. Hoffnung und Sehnsucht nach einem ganz normalen Leben in den 30er Jahren machen blind für die braune Diktatur. Der Rüstungsstandort Brandenburg boomt. Die Arado Flugzeugwerke, das neue Opelwerk für Lastkraftwagen, die Mitteldeutschen Stahlwerke und natürlich auch unzählige Privatkunden sorgen für volle Auftragsbücher und Arbeit für zwei Dutzend Gesellen. Metallfenster für Betriebe und öffentliche Auftraggeber sind eine Spezialität der SCHLOSSEREI WINDECK. Die Bitternis des Krieges endet mit dem vollständigen Verlust des Betriebes, der Wohnung und der gesamten Habe. Bei Kriegsende sind über 15 % der städtischen Bausubstanz völlig zerstört, mit mehr als 17.000 Menschen sind 20% der Bevölkerung von 1944 obdachlos. Von den 23.817 Wohnungen in Brandenburg sind 517 zerbombt und 10.500 beschädigt. Diese Zerstörung ist neben den alliierten Luftangriffen besonders auf den schweren einwöchigen Straßenkampf im April 1945 zurückzuführen. 75 % der Produktionsanlagen werden vernichtet bzw. später durch die Besatzung demontiert. Das menschliche Leid übertrifft die materiellen Schäden um ein Vielfaches. Bei den Luftangriffen sterben fast 2.000 Menschen. 7.000 Brandenburger fallen an den Fronten, hinzu kommen zahlreiche Verwundete und Vermisste.